Privat, effizient, systemrelevant

Am 1. April 2000 wurde aus einem Staatsbetrieb eine börsenkotierte Aktiengesellschaft: Die Privatisierung des Flughafens Zürich war ein Meilenstein – nicht nur verkehrs-, sondern auch wirtschaftspolitisch. Dass der Flughafen seither professionell und effizient geführt wird, ist offensichtlich. Weniger offensichtlich, aber umso bedeutender ist die Tatsache, dass er seither auch konsequent unternehmerisch weiterentwickelt worden ist – mit Investitionen, Innovationen und internationalem Engagement.

Die Aufenthalts- und die Anbindungsqualität des Flughafens Zürich sind top. Die Diversifikation mit den Geschäftsfeldern Retail, Immobilien und Auslandengagements konnte so unternehmerisch entwickelt werden, wie es unter staatlicher Obhut nicht denkbar gewesen wäre. Und auch bezüglich Nachhaltigkeit ist der Flughafen mit seinem Netto-0-Ziel bis 2040 schneller als die Politik.

Wer verstehen will, wie systemrelevant eine privatwirtschaftlich geführte Infrastruktur sein kann, muss den Flughafen Zürich als Ganzes betrachten: als Verkehrsdrehkreuz, als Umschlagplatz für Hochwert-Fracht, als Arbeitgeber von über 30'000 Menschen und nicht zuletzt als Symbol für die Offenheit und Erreichbarkeit der Schweiz.

Die wirtschaftliche Bedeutung ist messbar: Rund 7 Milliarden Franken Wertschöpfung jährlich, rund 50 Prozent der Schweizer Exporte (nach Wert) in Form von Luftfracht, über 200 Destinationen, die von Zürich aus angeflogen werden. Ebenso zentral ist die verlässliche Konnektivität für Forschung, internationale Organisationen und Tourismus – gerade für ein Land, das auf internationale Verflechtung angewiesen ist.

Das Komitee Weltoffenes Zürich setzt sich dafür ein, dass diese Funktion nicht ausgehöhlt wird. Denn entscheidend ist nicht nur, dass ein Flughafen funktioniert – sondern wie. Der Flughafen Zürich funktioniert, weil unternehmerische Verantwortung mit einem klaren öffentlichen Auftrag verbunden ist. Damit diese Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann, müssen erstens die heutigen Rahmenbedingungen, die namentlich punkto Nachtruheregelung die strengsten in Europa sind, mindestens erhalten bleiben. Und es gilt zweitens Perspektiven zu entwickeln, wie die Nachfrage nach Flugreisen auch in den nächsten 25 Jahren bedient werden kann.