Im Mai startet die Umweltorganisation UmverkehR mit dem Sammeln für die Mobilitätsbon-Initiative. Die Strategie ist durchsichtig: Zuerst wird das Fliegen verteuert, danach wird ein Teil des Geldes als «Bon» zurückverteilt. Das klingt harmlos, ist aber fatal. Wer der Luftfahrt mit einer neuen Ticketabgabe Mittel entzieht, entzieht ihr auch Mittel für die teure ökologische Transformation. Das wäre ein Schuss gleich in beide Knie: Zum einen würde so die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Luftfahrt geschwächt, zum anderen würde Ökologisierung der Luftfahrt torpediert. Die Initiative setzt nicht dort an, wo Emissionen wirksam gesenkt werden, sondern dort, wo sich politisch vermeintlich am einfachsten Stimmung machen lässt: bei der internationalen Mobilität. UmverkehR bewirbt die Vorlage selbst als Initiative für «faire Flugpreise» mit Flugticketabgabe und Rückverteilung an die Bevölkerung.
Das Grundproblem ist offensichtlich: Bekämpft wird mit der «Mobilitätsbon-Initiative» nicht CO2, sondern das Fliegen an sich. Dabei ist für Zürich und die Schweiz klar, was zählt: gute Erreichbarkeit, verlässliche Verbindungen und ein starkes Drehkreuz. Rund 200 Destinationen sind direkt ab Zürich erreichbar; genau diese Qualität ist für Wirtschaft, Forschung, Tourismus und internationale Organisationen entscheidend. Der Flughafen Zürich zählte 2025 32,6 Millionen Passagiere – die Nachfrage nach internationaler Mobilität ist also ungebrochen.
Wer Klimaschutz ernst meint, muss Emissionen senken, nicht Mobilität verteuern und verteufeln. Alles andere ist hübsch verpackte Rückschrittspolitik.