Innovation als Ticket für die Zukunft

Auf dem historischen Gut Rosenberg in Feldbach, einst Wohnsitz des Schweizer Ballonpioniers und Swissair-Mitbegründers Emil Messner, schlug Jens Fehlinger am 1. August 2025 einen weiten Bogen: von den Anfängen der Schweizer Luftfahrt bis zur heutigen Rolle der SWISS. Die Schweiz sei als Exportnation seit jeher auf internationale Vernetzung angewiesen, sagte Fehlinger. «Leute wie Emil Messner haben das früh erkannt – und entsprechend gehandelt.» Dieser Pioniergeist, der Wille zur Gestaltung, der Glaube an den Fortschritt: «Genau das brauchen wir heute wieder.»

Fehlinger würdigte den Gastgeber Martin A. Messner, Enkel von Emil Messner und selbst ein vielfach ausgezeichneter Ballonfahrer, der bis heute auf dem Rosenberg lebt. Sein Grossvater sei ein «Mann mit Weitblick» gewesen, der Ballontruppen in der Schweizer Luftwaffe und Zivilluftfahrt gleichermassen geprägt habe. «Ohne ihn gäbe es die Swissair nicht – und ohne Swissair gäbe es die SWISS nicht in ihrer heutigen Form.»

Emil Messner war sich früh über die Bedeutung der Luftfahrt bewusst. 1921 habe er gesagt, zitierte Jens Fehlinger: «Die Förderung der Luftfahrt gehört zu den Pflichten der Bürger.» Solche Stimmen würde er sich heute mehr wünschen, sagte der SWISS-CEO. «Wir brauchen wieder mehr vom Pioniergeist vom Rosenberg, mehr Innovationskraft und Zukunftsglaube.» Der Fokus werde in der öffentlichen Debatte allzu stark auf die Belastungen der Luftfahrt gelegt.

Dabei gehe der volkswirtschaftliche Nutzen vergessen – und die elementare Wichtigkeit für ein Binnenland wie die Schweiz, mit der Welt vernetzt zu sein. Jens Fehlinger sagte: «Wir wollen auch heute Menschen, Kulturen und Wirtschaft miteinander verbinden. Und wir tun alles, was in unserer Macht steht, um diese Aufgabe verantwortungsvoll zu erfüllen.»

Dabei gehe es auch darum, den Anforderungen der kommenden Generationen gerecht zu werden, führte Jens Fehlinger weiter aus. Die SWISS habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 CO2-neutral zu fliegen. Um dies zu erreichen, investiere die Airline Milliarden in neue Technologien: So wird die SWISS zehn Airbus A350 in Betrieb nehmen – «jeder einzelne so teuer wie der Prime Tower in Zürich». Diese Jets seien leiser, effizienter und stiessen weniger CO2 aus als ihre Vorgänger.

Ein weiterer Innovationsschritt sei der symbolische Ersteinsatz von Solartreibstoff – entwickelt vom Schweizer Start-up Synhelion. «Die Technologie funktioniert. Nun gilt es, sie hochzufahren.» Dafür brauche es politische Rückendeckung, regulatorische Klarheit – und auch den Mut, Neues zu wagen.

Fehlingers Appell an die über 200 Gäste auf dem Rosenberg, darunter Gemeindepräsident Rainer Odermatt (FDP) und Vertreter des Verkehrsvereins Hombrechtikon, war unmissverständlich: «Innovation ist unser Ticket in die Zukunft. Wenn wir den Geist vom Rosenberg wachhalten, können wir die Zukunft der Luftfahrt nachhaltig gestalten.»