Der Flughafen Zürich und die SWISS machen aus wenig viel: Kein anderer vergleichbarer Flughafen in Europa kombiniert eine derart lange Nachtruhe mit einem derart hohen Beitrag an Wirtschaft und Gesellschaft. Trotzdem hält sich hartnäckig das Narrativ, die Belastung nehme immer weiter zu und der Flughafen wachse ungehemmt. Der «Standpunkt 2025» legt die Fakten auf den Tisch – und räumt mit diesen Mythen auf.
Zürich verfügt heute über die kürzesten Betriebszeiten aller vergleichbaren Drehkreuze. Seit dem Jahr 2000 wurden sie dreimal reduziert, insgesamt um zwei Stunden. Geplante Starts sind nur noch bis 22.45 Uhr möglich, Landungen bis 22.55 Uhr. Die halbe Stunde von 23.00 bis 23.30 Uhr dient ausschliesslich dem Verspätungsabbau – als bewusst definierter Puffer im Bundesrecht. Diese halbe Stunde ist kein «Schlupfloch». Sie ist von zentraler Bedeutung für die Aufrechterhaltung des Drehkreuzes in Zürich und damit für die Schweizer Volkswirtschaft.
Genau dieser Puffer ist nun ins Visier der Flughafen-Gegner geraten. Die «Nachtruhe-Initiative» verlangt einen fixen Betriebsschluss um 23 Uhr. Was nach 30 Minuten klingt, hätte massive Folgen: Rund 30 Prozent der Langstreckenverbindungen ab Zürich würden wegfallen, Umsteigebeziehungen würden reissen, Zubringerflüge unrentabel. Eine Studie beziffert den volkswirtschaftlichen Schaden auf fast 8000 Arbeitsplätze und rund 1,6 Milliarden Franken Wertschöpfung pro Jahr. Umso erfreulicher ist, dass die zuständige Kantonsratskommission (KEVU) die Nachtruhe-Initiative einstimmig ablehnt. Entscheidend ist nun, im weiteren Prozess klarzumachen, dass es auch im angedachten Gegenvorschlag keinerlei Verschlechterungen der Rahmenbedingungen erträgt.
Der «Standpunkt 2025» erinnert daran, was auf dem Spiel steht: Mehr als 200 Direktziele sind kein Luxus, sondern Standortpolitik pur. Der Flughafen ist einer der wichtigsten Arbeit- und Auftraggeber der Region – rund 35 000 Beschäftigte in über 300 Unternehmen, jeder elfte Arbeitsplatz im Kanton Zürich hängt direkt oder indirekt an der Luftfahrt. Die direkte und indirekte Wertschöpfung liegt bei über 7 Milliarden Franken pro Jahr, rund die Hälfte der wertmässigen Exporte verlässt die Schweiz per Luft, 22 Prozent der ausländischen Übernachtungsgäste reisen über Zürich an.
Gleichzeitig zeigt der «Standpunkt 2025», dass die Branche bei der Ökologisierung vorwärts macht. SWISS erneuert die Langstreckenflotte mit leiseren, effizienteren Flugzeugen, die den Treibstoffverbrauch deutlich senken und den Lärm halbieren. Mit den ersten Lieferungen von Solartreibstoff (SAF) durch Synhelion und der ab 2026 geltenden Beimischungsquote beginnt die Skalierung nachhaltiger Treibstoffe – ergänzt durch die Netto-Null-Strategie des Flughafens bis 2040. Unser Leitmotiv bleibt: Nicht die Luftfahrt bekämpfen, sondern ihre Emissionen.
Kurz: Der «Standpunkt 2025» ordnet die Diskussion um den Flughafen Zürich und die Nachtruhe-Initiative nüchtern, faktenbasiert und ohne Alarmismus ein. Wer mitreden will, findet darin kompakte Argumente zu Betriebszeiten, Drehkreuz, Wertschöpfung und Klimaschutz – und eine klare Antwort auf die Frage, warum ein funktionierender Verspätungsabbau und ein verlässliches Drehkreuz im Interesse der ganzen Schweiz sind.