Die Menschen wollen wieder reisen

Die Jahreszahlen der SWISS und des Flughafens Zürich für 2024 zeigen ein deutliches Bild: Die Menschen sind zurück in der Luft. Reisen bleibt ein zentrales Bedürfnis der Menschen, sowohl beruflich wie privat. Doch während die Nachfrage wieder auf Vorkrisenniveau oder gar darüber hinaus steigt, steht die Schweizer Luftfahrt vor strategischen Herausforderungen: Es gilt, die Rahmenbedingungen zu sichern, die in Zürich einen langfristig verlässlichen Drehkreuzbetrieb ermöglichen. Und es gilt zu antizipieren, wo die Entwicklung der Luftfahrt bis 2050 hingehen soll. Die Schweizer Luftfahrt stösst an ihre Kapazitätsgrenzen. Es wäre fahrlässig, sehenden Auges in Engpässe zu manövrieren.

SWISS hat im Jahr 2024 mit einem operativen Gewinn von 684 Millionen Franken ihr zweitbestes Resultat aller Zeiten erzielt. Zwar war das Ergebnis leicht tiefer als im Vorjahr, doch die hohe Nachfrage und ein effizientes Kostenmanagement haben dazu beigetragen, dass die Airline finanziell hervorragend dasteht. Erfreulich ist auch: SWISS konnte ihre Nachhaltigkeitsstrategie weiter ausbauen, unter anderem mit einem stärkeren Fokus auf nachhaltige Treibstoffe (SAF) und Flottenmodernisierung.

Auch der Flughafen Zürich bestätigt den Aufwärtstrend. Mit 31,2 Millionen Passagieren im Jahr 2024 wurden fast wieder die Spitzenwerte von 2019 erreicht. Im Dezember 2024 übertraf das Passagieraufkommen sogar die Werte von vor der Pandemie. Die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens als Drehscheibe für die Schweiz bleibt damit unbestritten.

Die Zahlen belegen klar: Der Flugverkehr nimmt weiter zu – trotz Klimadiskussionen, geopolitischen Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Das zeigt sich auch global: Prognosen gehen davon aus, dass der weltweite Flugverkehr in den kommenden Jahrzehnten weiterwächst, angetrieben von der wachsenden Weltbevölkerung, neuen Märkten und zunehmender Vernetzung.

Deshalb müssen jetzt die Weichen für die Zukunft der Schweizer Luftfahrt gestellt werden. Der Flughafen Zürich benötigt stabile Rahmenbedingungen, insbesondere für seinen Drehkreuzbetrieb. Nur mit genügend Spielraum für Hub-Verbindungen bleibt Zürich ein global wettbewerbsfähiger Standort. Gleichzeitig muss die Branche weiter in ihre ökologische Transformation investieren, etwa durch den verstärkten Einsatz nachhaltiger Treibstoffe.

Kurzum: Die Nachfrage ist da – nun müssen Politik und Wirtschaft gemeinsam sicherstellen, dass die Schweizer Luftfahrt auch langfristig stabil, zuverlässig und nachhaltig bleibt.