Am Mittwochabend hat Aviationsuisse, der Verband der Nutzer der Luftfahrt auf nationaler Ebene, zur Generalversammlung an den Flughafen Zürich geladen. Bundesrat Albert Rösti, Regierungsrätin Carmen Walker Späh, Lukas Brosi, CEO Flughafen Zürich, und SWISS-CEO Jens Fehlinger legten ihre Perspektiven dar und diskutierten mit Vertreterinnen und Vertretern der Luftfahrtbranche, der Wirtschaft, der Politik und der Verwaltung. Regine Sauter, Präsidentin von Aviationsuisse und Nationalrätin (FDP), übergab Bundesrat Albert Rösti eine Charta mit fünf Leitsätzen für eine zukunftsfähige Schweizer Luftfahrt.
Die Charta ist eine politische Intervention – aber keine kämpferische, sondern eine konstruktive. Sie bringt auf den Punkt, was jene brauchen, die auf gute Luftverbindungen angewiesen sind: Verlässliche Rahmenbedingungen, stabile Betriebszeiten, Investitionssicherheit und – über allem – die Fähigkeit, sich entwickeln zu können. Denn die Luftfahrt ist kein Selbstzweck. Sie ist Voraussetzung für eine florierende, international vernetzte Volkswirtschaft. Regine Sauter sagte: «Was bei den alten Römern galt, gilt auch heute noch: Ein Wirtschaftsstandort ist gut erreichbar. Oder er existiert nicht.»
Das Komitee Weltoffenes Zürich ist Gründungsmitglied von Aviationsuisse und unterstützt den Ansatz ausdrücklich. Die Charta steht für einen sachlichen, faktenbasierten Dialog – nicht für Maximalforderungen, sondern für klare Realitäten. Wer heute international konkurrenzfähig sein will, muss gut erreichbar sein. Auf der Schiene und auf der Strasse. Und auch in der Luft.
Ein wichtiges Thema sind die Rahmenbedingungen und namentlich die Betriebszeiten. Bundesrat Albert Rösti stellte pointiert klar, dass er die heutigen Betriebszeiten der Landesflughäfen sichern will – die Bestandsgarantie sei denn auch ein zentrales Element der laufenden Revision des Luftfahrtgesetzes. Der Luftfahrtminister sagte: «Die Schweizer Landesflughäfen haben im internationalen Vergleich heute die strengsten Nachtruheregelungen. Das sollte alles sagen.» Die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh unterstützte dies. Zweifellos gelte es weiterhin, auch die Lärmbelastung zu verringern. Aber dabei dürfe nicht vergessen werden, dass der Flughafen und der Home-Carrier SWISS das Fundament für unseren Wohlstand seien. Die Volkswirtschaftsdirektorin sagte zur Nachtruhe-Initiative, die ein striktes Flugverbot ab 23 Uhr fordert: «Sie mag verlockend klingen, wäre aber ein veritables Eigengoal. Sie würde den Flughafen und die SWISS existenziell bedrohen. Sie ist ein Angriff auf unsere Volkswirtschaft.»